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Leipzig, Institut für Linguistik Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Seminar für Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Abteilung Linguistik Jan Wohlgemuth, M.A. Seminarinformationen |
Veranstaltungsnummer: 04131153 (Leipzig); 098014
(Münster); ? (Kiel)
Studienebereich (Leipzig): III (Typologie und
sprachliche Varianz)
Studienelemente (Münster): 3 (Grammatik und allgemeine
Grammatiktheorie), 6 (Sprachtypologie; Kontrastive
Linguistik)
Wann: Blockseminar vom 23.-27.05.2005
Wo: Landhaus Rothenberge bei Münster
Dozenten: Dr. Thomas Gehling (Münster), Jan Wohlgemuth M.A.
(Leipzig), Dr. Orin Gensler (Leipzig)
Die Sprachtypologie macht zumeist Aussagen über rein synchrone Befunde
in den Sprachen. Doch auch die Veränderungen, denen Sprachen im Laufe
ihrer Geschichte unterworfen sind, haben Einfluss auf ihr heutiges
Erscheinungsbild ausgeübt. Bei einigen Sprachen haben selbst Prozesse
wie Sprachkontakt oder Kreolisierung mit zum jetzigen Erscheinungsbild
beigetragen.
Im Rahmen dieses Seminars soll ein Einblick gewonnen werden in
das Verhältnis von Sprachwandel und Sprachtypologie. Das Seminarthema
„Diachrone Typologie“; zielt dabei auch auf eine Typologie sprachlicher
Veränderungsprozesse ab. Eine solche gibt es bisher allenfalls
ansatzweise, jedoch nimmt die Anwendung typologischer Verfahren auf
diachrone Fragestellungen in jüngerer Zeit immer stärker zu.
Eine zentrale Stellung in diesem Themenkomplex nimmt der Prozess
der Grammatikalisierung ein, bei dem ursprünglich frei verwendbare
lexikalische Einheiten mehr und mehr grammatische Funktionen übernehmen
bis sie schließlich gänzlich von der lexikalischen Ebene in die
grammatische hinüberwechseln. Dabei lassen sich im Sprachvergleich
häufig bestimmte Grammatikalisierungspfade feststellen, selbst bei
nicht miteinander verwandten Sprachen: Man vergleiche etwa, um nur ein
Beispiel zu geben, die Bildung des Futurs im Swahili mittels -ta-
(von -taka 'wollen') mit dem "will-future" im Englischen.
Ein im Seminar zu behandelnder Fragekomplex wird daher der sein,
ob sich Grammatikalisierung immer bzw. überwiegend auf denselben Pfaden
bewegt. Weitere Fragen dieses Seminars werden lauten: Lassen sich
typologische Eigenschaften durch sprachhistorische Untersuchungen
(besser) erklären? Oder kann man, umgekehrt, typologische Befunde für
Rekonstruktion, Sprachgenealogie oder Sprachkontaktgeschichte nutzen?
Inwieweit kann das typologische Erscheinungsbild einer Sprache sich
überhaupt ändern? Und schließlich: Lässt sich Sprachwandel selbst
typologisieren?
Das
Seminar ist als gemeinsamer Workshop für Studenten des Instituts
für Allgemeine Sprachwissenschaft der Westfälischen
Wilhelms-Universität Münster, des Instituts für
Linguistik der
Universität Leipzig, des Seminars für Allgemeine und
vergleichende Sprachwissenschaft der
Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Abteilung Linguistik des MPI EVA
in Leipzig sowie ggf. mit Gästen von anderen Universitäten geplant und soll im Landhaus Rothenberge in der
Nähe von Münster stattfinden.
Im
Rahmen dieses Workshops sollen
entsprechende Fragestellungen durch Referate und angeleitete
Gruppenarbeiten mit authentischem Material erörtert werden. Darüber
hinaus besteht die Möglichkeit des Austauschs über die verschiedenen
Arbeits- und Betrachtungsweisen
und inhaltlichen Schwerpunkte der
Thematik an den vertretenen Instituten.
Da das Seminar als Blockveranstaltung durchgeführt wird, wird von
den
Teilnehmern ein verstärktes Maß an vorbereitender Lektüre sowie die
verbindliche Übernahme eines Referates erwartet. Fachliche
Grundkenntnisse können in diesem Seminar nicht erst noch vermittelt
werden, der erfolgreiche Besuch einer Einführung in die Linguistik ist
daher Voraussetzung für die Aufnahme in den Kurs. Die
Anzahl der Teilnahmeplätze ist beschränkt (noch sind einige Plätze frei). Es empfiehlt
daher
sich eine baldige Anmeldung und Themenabsprache in einer meiner Sprechstunden
oder
vorzugsweise per
E-Mail
Der Seminarplan und der Themenplan.
Die erste Rundmail.
Ich habe außerdem allgemeine Hinweise zum Bibliographieren und zum Verfassen eines Referats für Sie.
Stand: 28.04.2005